Weitergabe als Praxis der Teilhabe und Ko-Kreation

Vortrag / Publikation. In: GeNeMe – Konferenz Gemeinschaften in Neuen Medien 2026, TU Dresden, 17. - 18. September 2026

In der dualen Berufsbildung sind schulische Lernprozesse in ein Netzwerk eingebunden, dass aus nahen (Lernwerkstätten) und fernen (Betrieb) Lernorten ebenso besteht wie der Vernetzung von präsentem Unterricht (in der Schule), konkreter Werkstattarbeit (im Unternehmen) sowie digitalen Ressourcen und Umgebungen. Digitale Ko-Kreation und Teilhabe sind Herzstücke dieses vernetzten Lernens. Sie ermöglichen, dass Auszubildende keine passiven Empfänger sind, sondern in Interaktion mit Lehrkräften und Peer-Lernenden innerhalb einer digitalen Infrastruktur aktiv Lernprozesse, -umgebungen und -inhalte gestalten. Unser mit dem Comenius-EduMedia Award 2024 ausgezeichnete Projekt Berufliche Bildung 4.0 knüpfte daran an mit dem Ziel, gemeinsam mit Schulen eine geeignete Methodik und Infrastrukturen zu entwickeln, über die Einrichtungen der Beruflichen Bildung ausbildungsbezogen und praxisnah kooperieren arbeiten können. Komplexe Produktionszusammenhänge, Workflows und Echtzeitdaten aus beruflichen Schulen sollten zusammengeführt und für schulübegreifende Lernprozesse nutzbar gemacht werden.

Noch vor technologischen Konzepten werden dafür geeignete fachdidaktische Unterrichtskonzepte benötigt, ohne die eine Erprobung und nachhaltige Verankerung digitaler Ko-Kreation und Teilhabe in der schulischen Praxis nicht möglich ist. Eng verknüpft mit dem Projekt war daher die Organisation eines fachdidaktischen Dialogs zwischen den beteiligten Berufsschulzentren. Ein Resultat dieser Diskussionen und Grundlage für die Integration des Projekts in die Schulpraxis bildete das am Beruflichen Schulzentrum für Technik “Gustav Anton Zeuner” Dresden entwickelte Weitergabeprinzip. Dieses Unterrichtsprinzip garantiert, dass jede Schule mit allen anderen Schulen in einer kooperativen Beziehung steht und gleichzeitig an allen Teilen des Prozessablaufs selbst beteiligt ist. Konkrete Ergebnisse entstehen nicht mehr innerhalb einer Schule, sondern in einem Prozess der Weitergabe und Ko-Kreation gemeinsam mit anderen Schulen. Der Workflow bildet einen vollständigen Prozess der Planung, Simulation, Umsetzung und Qualitätskontrolle der CNC-gestützten Fertigung an Maschinen innerhalb schulspezifischer Modellunterrichts(-einheiten) ab.